Die Bedeutung von Telomerase in der Krebsforschung

Das Enzym Telomerase hat die Eigenschaft eine Zelle unsterblich zu machen. Das hat positive Auswirkungen, wenn sich eine Zelle im Wachstum befindet und ein Tod dieser Zelle auch einen Stillstand im Wachstumsprozess bedeuten würde. Es hat aber auch negative Auswirkungen, nämlich dann, wenn die Zellen noch andere Eigenschaften haben, die sie zu einer Gefahr für den gesamten Organismus machen, so wie man es bei Krebszellen findet. Die gelegentlich kolportierte Meinung, Telomerase sei krebsauslösend, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar, denn die Eigenschaften, die eine Zelle letztendlich zu einer Krebszelle machen, sind vielfältig und die Unsterblichkeit dieser Zellen ist nur eine Eigenschaft von vielen.

Trotzdem bietet die Telomeraseforschung einen interessanter Ansatz für die Heilung von Krebspatienten. Wenn man es schaffen würde, dass die Krebszellen eben nicht mehr unsterblich seien, dann wäre auch die Gefahr, die von  diesen Zellen  ausgeht, nicht mehr so groß.

Es werden zurzeit verschiedene Ansatzpunkte diskutiert. Wie üblich versucht die medizinische Grundlagenforschung das Problem bei den Wurzeln zu packen. So wird an Inhibitoren geforscht, die direkt an der DNA-Struktur angreifen, die das Enzym Telomerase herstellen. Doch auch spätere Angriffspunkte sind denkbar. So kann man auch bei der Translation eingreifen. Translation beschreibt den Prozess, bei dem die DNA-Sequenz in  eine Abfolge von Aminosäuren umgeschrieben, also übersetzt (vgl. englisch translation), wird. Außerdem gibt es noch Prozesse, bei denen das Protein noch weiter verarbeitet wird. Auch hier kann man ansetzen und eine Weiterverarbeitung verhindern.

Ein anderer Ansatzpunkt versucht, die Telomere der Krebszellen abzubauen, so dass es für die Telomerase keinen Ansatzpunkt mehr gibt.

Bei der Telomerase anzusetzen hat noch einen anderen interessanten Aspekt. Bei der Behandlung einer Krebserkrankung tritt immer das Problem auf, dass neben den Krebszellen auch andere Zellen angegriffen werden. Besonders Zellen, die sich stark teilen, sind davon betroffen (deshalb verlieren Patienten während der Chemotherapie auch fast immer die Haare). Da die Telomerase in normalen Körperzellen fast nicht vorkommt, besteht hier die Möglichkeit eines gezielten Targetings, das die Lebensqualität der Krebspatienten stark verbessern könnte.

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