Die räumliche Struktur der Telomerase

Die Telomerase ist das wohl wichtigste Enzym, wenn es um Alterungsprozesse geht. Aus diesem Grund sind die Forscher natürlich ganz besonders daran interessiert, die räumliche Struktur der Telomerase zu ergründen. Das ist besonders wichtig, wenn in früher oder in späterer Zukunft einmal ein Medikament entwickelt werden soll, das die gleiche Wirksamkeit haben soll. Wie allgemein bekannt ist, bestehen Proteine in einer langen Abfolge von Aminosäuren. Innerhalb dieser Kette herrschen Wechselbeziehungen (Hauptsächlich Wasserstoffbrückenbindungen aber auch kovalente Bindungen, wie Disulfidbrücken, werden angetroffen). Diese falten sich dann räumlich zu einer bestimmten Struktur. Diese Struktur ist es, die dann die Wirksamkeit des Enzyms ausmacht. Natürlich hängt diese Struktur eng mit ihrer Wirksamkeit zusammen.

Die Struktur der Telomerase wurde im Jahre 2007 aufgeklärt. Im Jahre 2008 erschien dann in der Fachzeitschrift Natur ein Artikel darüber. Die Telomerase besteht aus einem RNA und einem Proteinanteil. Der Proteinanteil wird auch als Telomere-Reverse-Transkriptase (TERT) bezeichnet. Der RNA Anteil dient dem TERT als Template, um die Chromosomenstruktur, die ja aus sich immer wiederholenden Sequenzen besteht. Von diesem Template liest dann der Proteinanteil ab und fügt das Ende wieder an. Eine sehr einfache und dabei zugleich wirkungsvolle Vorgehensweise.

Eine Reverse Transkriptase besitzen übrigens auch die Retrovieren (zu denen auch der AIDS Virus gehört). Beim Abgleich der Proteinstruktur des TERT-Anteils vom Rotbraunen Maismehlkäfer wurde eine erstaunliche Übereinstimmung festgestellt. Aufgrund dieser Übereinstimmung wurde überprüft, ob AIDS-Medikamente auch erfolgreich bei der Krebstherapie eingesetzt werden können. Tatsächlich gibt es schon AIDS-Medikamenten, die erfolgreich in der Krebstherapie angewandt werden können.

Viel interessanter aber ist die Frage, ob es nicht bald möglich sein wird, ein Medikament zu entwickeln, dass den Alterungsprozess der Menschen umkehrt. Sollten sich diese Forschungsergebnisse noch weiter festigen, dann wird dieses Problem früher oder später auch in Angriff genommen. Im Augenblick gibt es erste Versuche mit Naturheilmittel, die aus Tragant gewonnen werden.

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