Ist eine Amöbe unsterblich?

Ein Einzeller ist ein Lebewesen, das nur aus einer einzelnen Zelle besteht. Oft denkt man bei diesem Wort an Bakterien, es gibt aber unzählige Lebewesen, die nur aus einer Zelle bestehen und nicht zu den Bakterien zählen, zum Beispiel Amöben, Algen und Flagellaten. Diese Zellen teilen sich und so entsteht aus einem Lebewesen zwei neue. Früher hat man geglaubt, dass sich dieser Teilungsprozess unbegrenzt fortsetzen lässt, so wie bei einer Krebszelle, die sich auch unbegrenzt zu teilen scheint.

Jedes Lebewesen besteht aus Zellen und in der Zelle wird die Erbsubstanz in der DNA gespeichert. Wenn sich jetzt die Zelle teilt muss sich selbstverständlich auch die Erbsubstanz mit teilen, damit die Informationen sicher weitergegeben werden können. Jetzt ist es aber so, dass bei jeder Verdoppelung der DNA Strang um ein Stück verkürzt wird. Damit die Zelle überhaupt nach der Teilung noch Lebensfähig ist befinden sich am Ende der DNA Bereiche, in denen keine Erbinformationen mehr kodiert werden. Diese werden als Telomere bezeichnet. So kann die Zelle bis zu 100 Teilungen überstehen, ohne dass wichtige Erbinformationen verloren gehen.  Nach dieser Aussage ist also eine Amöbe nicht unsterblich, denn irgendwann wird der Punkt erreicht, an dem auch dieses Lebewesen zu Grunde gehen muss. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn in der Zelle befindet sich ein Stoff, die diesem Mechanismus entgegenwirkt, nämlich die Telomerase. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Enzym, also um einen Stoff, der bestimmte Vorgänge in einem Organismus auslöst. Diese Telomerase hat die Aufgabe, die verloren gegangenen Enden wieder zu ersetzen.

Ob nun eine Amöbe wirklich unsterblich ist, weiß man nicht, denn man hat bislang keine sicheren Erkenntnisse darüber, ob sich die Telomerase in der Amöbe verbraucht oder nicht. Auf jeden Fall leben ihre „Nachkommen“ deutlich länger als man es aufgrund der zellbiologischen Vorgänge erwarten dürfte.

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